Kolumne von Dirk Brauns, April 2026 Mit ihren bunten Tattoos und Piercings sieht Christina Klaffus aus wie die Sängerin einer Rockband. Wer die Bestatterin in der Fürstenfeldbrucker Filiale von „Hanrieder“ trifft, der versteht unmittelbar, wie sehr die Branche sich gewandelt hat. „Ich komme aus einer Schreinerfamilie, in vierter Generation. Schon als Kind waren Särge für mich eher Gegenstände des Lebens. …
Tafelfreuden
Beitrag von Dirk Brauns, Februar 2026, aus der Reihe „Menschen im Landkreis“ Ein Donnerstagmorgen Ende Januar, auf einem Hinterhof in Fürstenfeldbruck. Nachts ist Schnee gefallen. Er hat die Stadt verzaubert, ließe sich schwärmen. Doch die hier Wartenden sind nicht der Romantik wegen gekommen. Um 8.30 Uhr öffnet die „Brucker Tafel“. Wer hier mit Tasche, Rucksack oder Wägelchen ansteht, der schwärmt …
Wo der Tag mit einer Umarmung beginnt
Beitrag von Dirk Brauns, Dezember 2025, aus der Reihe „Menschen im Landkreis“ 6.10 Uhr im noch menschenleeren Foyer des „SeniorenWohnen Buchenau“. Draußen Dunkelheit und Frost. Drinnen strahlende Lichterketten, ein Christbaum, überall Kerzen und Adventsschmuck. Würden vor der Schwingtür nicht Körbe voller Dreckwäsche stehen, könnte dies als Weihnachtsmarkt durchgehen. Ich bin mit Deen verabredet, einem aus Guinea stammenden, vierundzwanzigjährigen Pflegehelfer. …
Der Überlebende von nebenan – Annäherungen an ein schwieriges Schicksal
Wer mit Jiri Fuchs durch Fürstenfeldbruck spaziert, erlebt eine kleinstädtische Grußorgie. Der 88-Jährige mit dem federgeschmückten Cowboyhut kennt sie alle – den vorüberradelnden Hoteldirektor, die Tochter des Elektrofachhändlers, den pensionierten Richter, die in der Einfahrt hingebungsvoll ihr Auto saugende Frau von gegenüber. „Sauber, sauber“ ruft er lachend. Er wird zurückgegrüßt und zieht weiter. Die Straßen um das renovierte Rathaus herum …
Wallfahren für Anfänger
von Dirk BraunsUm 3.30 Uhr soll es losgehen. Der Pfarrverband Mammendorf hat zur alljährlichen Wallfahrt nach Andechs eingeladen – für mich eine Premiere. Hinter einem hochgestemmten Jesuskreuz durch die Landschaft zu prozessieren, das war für mich bisher ein durchaus imposanter Brauch. Aber es selbst zu tun? Während ich durch das noch dunkle Adelshofen zur St. Michaelskirche stiefele, wo die „Aussendung“ …
